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Die Weidesaison verlängert, die Abkalbung gebündelt, die Wochenarbeitszeit reduziert und den Gewinn um 400 % gesteigert Sie haben sich auf eine Milchviehhaltung nach dem natürlichen Jahresrhythmus spezialisiert. Alle Milchkühe samt Nachzucht werden von April bis November auf der Weide gehalten, in den Monaten März und Dezember findet zusätzlich eine stundenweise Beweidung statt. Die Blockabkalbung im Februar/März in Verbindung mit der langen Weideperiode ermöglicht den Kühen ein weitgehend natürliches Verhalten. Da sich alle Tiere stets im gleichen Laktationsstadium befinden und ausreichend Platz und Bewegungsfreiheit haben, wird Stress stark minimiert. Die Fütterung der Herde ist optimal an das Leistungsbedürfnis angepasst, was zu einer gleichmäßigen Laktationskurve und verbesserter Gesundheit führt. Seit fünf Jahren wird gänzlich auf Antibiotika verzichtet. Durch den hohen Frischfutteranteil benötigt der Hof nur noch ca. 350 kg Kraftfutter je Kuh/Jahr. Die natürliche Verminderung der Futterqualität im Herbst erleichtert das Trockenstellen. Die Winterfütterung besteht aus Kleegrassilage und Heu. Die Kühe verbringen ca. 100 Tage im Laufstall (Tretmist) mit Auslauf. Vor dem Aufstallen werden die tragenden Färsen in die Herde integriert. Das Erstkalbealter liegt bei 24 Monaten.
Weidemanagement Die Lehmanns besannen sich bei der Umstellung auf das eigenbetriebliche Potential: Die hofnahen Flächen bieten hervorragende Beweidungsmöglichkeiten. Nach einer intensiven Auseinandersetzung mit dem Weidemanagement englischer, irischer und neuseeländischer Kollegen, recherchierten sie zu Gras- und Kleesorten und machten Experimente beim Anbau z. B. von englischem Hochzuckergras. Dieses scheint für die Tiere besser verdaulich, wodurch der Methanausstoß reduziert wird. Ein weiteres Beispiel ist der Anbau von Chicoree, der die Mineralstoffversorgung der Tiere verbessert, da sich im Norden Deutschlands wenig Wildkräuter finden. Mit einem besonderen Messgerät, dem „Plate Meter“ (engl.) können sie die tägliche Zunahme an Trockenmasse auf der Weide bestimmen und anhand von Formeln berechnen. So kann die benötigte Fläche optimal an den Bedarf der Kühe angepasst werden und die Futterqualität bleibt stabil auf hohem Niveau. Die Umstrukturierung zu saisonaler Abkalbung mit hohem Weideanteil hat zu einer Gewinnsteigerung von 400% geführt, obwohl die Milchleistung um ca. 1.000 kg je Kuh/Jahr zurückgegangen ist. Die Kosteneinsparungen liegen unter anderem bei der Grundfutterkonservierung, Ausbringung von Mist, Verkleinerung des Maschinenparks, niedrigem Dieselverbrauch.
Öffnung für Interessierte Zusammen mit der Stiftung laden die experimentierfreudigen und im internationalen Austausch stehenden Lehmans zu Hofbegehungen und Gesprächen ein, weil ihre Arbeitweise auf großes öffentliches Interesse stößt. Verschiedene Langzeitstudien von Universitäten werden bei ihnen durchgeführt.
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