Naturschutzprojekt
Osterau

Extensive
Weidewirtschaft in
Eiderstedt

Hofgemeinschaft
Löstrup

Low-Cost-Management
Bremholm

Koordinierungsstelle
Lauenburgische Kulturlandschaft

Schutzäcker auf Hof
Schoolbek
Koordinierungsstelle Lauenburgische Kulturlandschaft (KOLK)

Eine Region macht es vor: Gemeinsam für die biologische Vielfalt

Im Kreis Herzogtum Lauenburg in Schleswig Holstein werden neue Wege beschritten, um dem anhaltenden Verlust der biologischen Vielfalt entgegenzuwirken. Unsere Stiftung hat sich mit dem in der Region verankerten Verein Natur Plus e. V. Panten zusammengeschlossen, um im Rahmen des Pilotprojektes „Koordinierungsstelle Lauenburgische Kulturlandschaft“ – kurz KOLK – gemeinsam eine zukunftsfähige Form der Landbewirtschaftung zu entwickeln.

In dem Projekt werden Naturschutzbelange stärker als bisher in die internen Abläufe von landwirtschaftlichen Betrieben integriert. Die Naturschutzberatung der Landwirte zu Fragen der Betriebsausrichtung, der Förderbedingungen sowie des Absatzes der besonders naturfreundlich erzeugten Produkte nimmt einen Großteil der Arbeit der Koordinierungsstelle ein, die speziell für diese Aufgaben ins Leben gerufen wurde .

Ein Biotopverbundsystem entsteht

Die Projektflächen werden nach ihrem Naturschutzpotential ausgewählt: In wie weit eignen sie sich für die Förderung typischer Arten der Agrarlandschaft? Und wie lassen sie sich in das landesweite Biotopverbundsystem sowie das Netz der Natura 2000-Gebiete integrieren? Durch die gezielte Auswahl dienen die Flächen nicht nur Zielarten, wie Feldlerche, Wachtel und Rebhuhn, sondern erfüllen auch ihren Zweck als Nahrungsflächen oder Wanderkorridore für Arten, die vorrangig in besonders geschützten Bereichen der Landschaft vorkommen. Für Nahrungsgäste wie den Kranich oder Rotmilan sind die Flächen ebenso von Bedeutung wie für Amphibienarten, die es in einer vielfältig strukturierten und extensiv genutzten Landschaft einfacher haben, ihre Laichgebiete zu besetzen.

Die Maßnahmen

Bis zum Herbst 2010 konnten mit sieben Betrieben verbindliche Vereinbarungen für ca. 320 ha landwirtschaftliche Nutzfläche getroffen werden. Auf diesen Flächen werden folgende Maßnahmen umgesetzt (jeweils als Ergänzung zu den Richtlinien des Ökologischen Landbaus):

  • Anlage von 6 bis 12 m breiten Brachstreifen (Blühmischung oder Selbstbegrünung) als Lebens- und Nahrungsraum für Wildtiere und Wildpflanzen,
  • Teilung großer Ackerflächen in kleinteilige Bewirtschaftungseinheiten mit unterschiedlichen Feldfrüchten,
  • Abschluss der mechanischen Bodenbearbeitung bis zum 1. Mai zum Schutz von Bodenbrütern,
  • Schaffung von Winterfutter- und Winterrückzugsflächen für Wildtiere durch Belassen unbearbeiteter Erntestoppeln sowie kleinräumig nicht geerntetes Getreide,
  • Kein seitliches Aufputzen der Knicks an den Feldrändern zum Schutz des Fruchtbehanges als weitere Nahrungsreserve für hier überwinternde Arten.

Verbraucher werden informiert

Ein weiteres wesentliches Ziel des Pilotprojektes ist es, auf Basis der erzielten Naturschutzleistungen eine Vermarktungsschiene zum Nutzen der beteiligten Betriebe aufzubauen. Es sollen Vermarktungspartner und Hersteller von Nahrungsmitteln gewonnen werden, die bereit sind, in dem Produktbereich „wildartenfreundliche Landnutzung“ tätig zu werden. Eine erfolgreiche Vermarktung kann langfristig zur ökonomischen Tragfähigkeit des Projektes beitragen.

Das Gemeinwohl gewinnt

Das KOLK-Projekt hat Modellcharakter für eine zukunftsfähige, nachhaltige und regional verankerte ökologische und biodiversitätsfördernde multifunktionale Landwirtschaft. Die Kombination aus Flächenakquise, Naturschutzberatung, Flächenentwicklung und Produktvermarktung geht über bisherige Ansätze hinaus. Das Projekt legt einen deutlichen Schwerpunkt auf den Erhalt und die Förderung der Biodiversität in der Agrarlandschaft. Über die durchgeführten Maßnahmen werden zudem weitere Gemeinwohlansprüche systemimmanent abgedeckt, wie zum Beispiel der Klimaschutz, der Erholungswert der Landschaft und der schonende Umgang mit Ressourcen.

Die dreijährige Finanzierung

der Naturschutzmaßnahmen erfolgt durch das Umweltministerium des Landes Schleswig-Holstein. Die Personal- und Sachkosten der Koordinierungsstelle werden anteilig durch die Umweltlotterie BINGO! finanziert. Träger des Projektes sind die Stiftung Aktion Kulturland und der lokal ansässige Verein Natur Plus e. V. Panten. Der Deutsche Verband für Landschaftspflege (DVL) e.V. begleitet das Projekt in fachlichen Fragen.


Möchten Sie weitere Informationen? Sprechen Sie uns an oder schauen Sie unter:

http://kolk-foerdert-vielfalt.de/
zurück nach oben ^